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    Hoffnung

    Prolog

    Jetzt sitz ich hier und gleich geht die Prüfung los, ich kann nicht behaupten, dass ich gut vorbereitet wäre, aber wann ist man das schon? Die letzten Tage waren aber so stressig, ich hab es einfach nicht mehr geschafft nochmal die Nase in die Bücher zu stecken. Ich weiß, das war ein Fehler. Hoffentlich geht das gut.

    Und dann das Vorstellungsgespräch noch morgen Vormittag. Der Chef soll ja sehr streng sein und ich habe kein gutes Gefühl. Wenn ich nur wüsste, was da auf mich zukommt. Aber jeden den ich gefragt habe konnte mir nicht weiter helfen. Hoffentlich hat er einen guten Tag und lässt mir das eine oder andere durchgehen.

    Im Moment kommt es irgendwie sowieso dick, ich weiß nicht mehr was ich noch machen soll. Meine Freundin hat auch so komische Andeutungen gemacht. Ich weiß ich habe sie sehr vernachlässigt in den letzten Wochen, aber ich kann mich doch nicht um alles kümmern. Und mit meinen Kumpels muss ich ja auch mal was unternehmen, sonst sind die dann auch noch sauer. Ich kann mich doch nicht zerteilen.

    Hoffentlich wird das bald besser, es muss doch auch mal wieder was klappen. Ich dreh am Rad!

    Epilog

    Welches Bild hast du im Kopf, wenn du über Hoffnung nachdenkst? Fühlst du dich manchmal hoffnungslos, verloren. Resignierst du, weil du keine Hoffnung mehr hast, weil alles so Sinn- und Hoffnungslos scheint.

    Klar gibt es Menschen denen geht es noch tausendmal schlechter als mir oder dir. Die alles verloren haben und beim besten Willen keinen Grund mehr auf Hoffnung haben. Hoffnung darauf, dass ihnen jemand hilft. Das ein paar reiche Europäer weniger über ihre Luxusprobleme jammern und dafür denen helfen die wirklich ganz unten angekommen sind. Denen man alles weggebombt hat, die Angehörigen, das Haus, alles wofür es sich gelohnt hat zu leben. Können die hoffen? Und wenn ja, worauf?

    Der Unterschied

    Wer versucht Hoffnung zu begreifen, begeht meiner Meinung nach schon den ersten Fehler. Denn Hoffnung läßt sich nicht begreifen oder verstehen, sie lässt sich nur erfahren und annehmen.

    Aber wie komme ich darauf.

    Wenn wir über Hoffnung reden, deshalb meine Frage vorhin, hat jeder sein ganz eigenes Bild davon im Kopf. Oder anders gesagt, jeder versteht auch etwas anderes darunter. Im landläufigen Sinn führt Hoffnung auf ein greifbares Ziel hin. Eine Prüfung wird bestanden, ein Vorstellungsgespräch ist erfolgreich und auch das schwierige Gespräch mit der Freundin erweist sich als positiv und man finden wieder zueinander.

    So mancher hofft auf Lohnerhöhung oder das etwas weniger kostet als befürchtet, dass ein Handwerker etwas günstiger reparieren kann als gedacht und das der Arzt doch nichts Schlimmes findet wie vermutet. Alle diese Hoffnungen, die wir ja sehr gut aus unserem eigenen Leben kennen und die uns so ungemein vertraut sind, haben ihren Ursprung in der Gegenwart und ihr Ziel in der nahen Zukunft. Sie sind meist sogar räumlich begrenzt und wir können ungefähr abschätzen wann und wo sich die Hoffnung erfüllen soll.

    Wir wollen heute aber nicht über diese banalen Dinge reden, sondern über eine Art der Hoffnung, die weit über alles das hinaus geht, was wir uns vorstellen können, und sie schon deshalb nicht im Ansatz begreifen. Denn so wie unser Leben vermeintlich einem festgelegten Rahmen unterworfen ist, sind auch alle unsere banalen Hoffnungen einem zeitlichen und räumlich begrenzenden Rahmen unterworfen. Irgendwann ist die Prüfung vorbei, das Vorstellungsgespräch gelaufen oder die Geduld der Freundin erschöpft. Und das möchte ich vorweg nehmen, dass wäre wirklich hoffnungslos. Denn alles was Raum und Zeit unterworfen ist, das kennen wir gut von unserer Gesichtshaut, von den anderen Körperteilen möchte ich gar nicht erst anfangen, entwickelt sich meist schneller in eine Richtung die wir nur ungern hätten. Und auch wenn unsere Hoffnungen weniger dazu neigen schrumpelig zu werden, verblassen sie dennoch und verschwinden irgendwann im Reich des Vergessens. Werden wir sie begraben.

    Die Hoffnung von der wir heute reden, kennt weder Raum noch Zeit, weil sie immer und überall existiert. Es spielt nicht einmal eine Rolle, ob wir davon wissen oder daran glauben. Sie ist da, ganz ohne unser zutun. Wir können sie ignorieren oder zum Grundstein unseres Lebens machen.

    "Apostelgeschichte 2:26

    Das erfüllte mein Herz mit Freude und ließ mich jubelnd singen. Selbst im Grab ruht mein Leib voll Hoffnung."

    Wie darf ich mir diese Hoffnung denn nun aber vorstellen und was bedeutet das für mein Leben, wenn ich daran glaube, sie all meinem Tun und Handeln unterstelle?

    Paulus beschreibt diese Hoffnung vor dem Statthalter Jerusalems so:

    "Ich erkenne alles an, was im Gesetz Moses und in den Prophetenbüchern steht.

    Ich habe die gleiche feste Hoffnung auf Gott wie sie, nämlich dass er die Toten auferwecken wird, die Guten wie die Bösen." (Apostelgeschichte 24:15)

    Und daraus leitet er für sein Handeln folgendes ab (Vers 16):

    "Und aus diesem Grund bemühe auch ich mich, immer ein reines Gewissen zu haben vor Gott und den Menschen."

    Welche Folgen aber hat eine nicht im Irdischen verwurzelte Hoffnung?

    Sie ist nicht zerstörbar. Also egal was passiert oder was wir Deppertes angestellt haben, die Hoffnung wie sie Paulus beschreibt bleibt uns. Auch wenn uns alle Versager schimpfen, wenn wir selbst uns so fühlen und schon jede Hoffnung aufgegeben haben, diese Hoffnung bleibt, denn sie ist nicht wie diese Welt. Eine Welt in der alles vergeht und damit auch jede Hoffnung vergehen muss.

    Das habe ich nur mal zu Ende gedacht, aber auch die Bibel gibt uns hierzu sehr klar Auskunft:

    Römer 5:2-5

    "ER öffnete uns den Weg des Vertrauens und damit den Zugang zur Gnade Gottes, in der wir jetzt festen Stand gewonnen haben. Nun haben wir Grund, uns zu rühmen, weil wir die gewisse Hoffnung haben, dass Gott uns an seiner Herrlichkeit teilnehmen lässt. Mehr noch:Wir rühmen uns sogar der Leiden, die wir für Christus auf uns nehmen müssen. Denn wir wissen:Durch Leiden lernen wir Geduld, durch Geduld kommt es zur Bewährung, durch Bewährung festigt sich die Hoffnung. Unsere Hoffnung aber wird uns nicht enttäuschen. Denn dass Gott uns liebt, ist uns unumstößlich gewiss. Seine Liebe ist ja in unsere Herzen ausgegossen durch den Heiligen Geist, den er uns geschenkt hat."

    Wie kann ich aber, wenn mein Leben total verpfuscht, gescheitert und hoffnungslos ist, diese Hoffnung haben?

    Das ist die Gute Nachricht, ER Jesus ist für DICH, für jeden Menschen auf der ganzen Welt, die geboren wurden, geboren sind und noch geboren werden gestorben, hat sich ans Kreuz nageln lassen und hat die Schuld der ganzen Welt auf sich genommen. Durch seine Auferstehung am dritten Tag hat er den Bann des Todes durchbrochen. Und damit einen neuen Bund zwischen Gott und den Menschen geschlossen, der es uns möglich macht, eines Tages an der Herrlichkeit Gottes, wie Paulus es nennt, teil zu haben.

    Das kann man nicht in irdischen Maßstäben fassen, deshalb erwächst daraus auch für jeden die Hoffnung von der ich eben sprach.

    Keine Frage also, ob sie auch für dich gilt:

    "Natürlich gilt sie auch für dich!"
    

    Und was musst du dafür tun?

    Da der Ursprung dieser Hoffnung bei Jesus liegt, brauchst du zunächst eine Beziehung zu IHM. Ohne das Vertrauen auf IHN und zu seiner Verheißung, also dem was er den Menschen zugesichert hat, würde dir die Grundlage fehlen. Das bedeutet, wenn du IHM vertraust und IHM dein Leben anvertraust, dann hast du auch diese Hoffnung, die keine Grenzen kennt und die unbegrenzt gültig ist. Amen.
    

    Dieser Gottesdienst ist als Filmgottesdienst übertitelt und so möchte ich mit meiner kurzen Einführung in das Thema schließen und den Film starten, denn ihr seit bestimmt schon alle gespannt, was wir da zu sehen bekommen und was wir noch über Hoffnung lernen und erfahren können.

    Deshalb sage ich jetzt: "Film ab!"

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