• Zusätze
  • Jesus will sich mit seinen Jüngern treffen

    (Osterandacht)

    Geht aber hin und sagt seinen Jüngern und Petrus, daß er vor euch hingehen wird nach Galiläa; dort werdet ihr ihn sehen, wie er euch gesagt hat.“ Mk 16,7

    Liebe Gemeinde, dieses Ostern steht der auferstandene Jesus im Mittelpunkt, der sich mit seinen Jüngern treffen möchte. Jesus will mit den Jüngern sprechen, die ihn verlassen haben, die ihn im Stich gelassen haben, die geflohen sind, als die Soldaten ihn festgenommen haben. In der Nacht vor Jesu Tod sind alle eingeschlafen, als der Herr die Unterstützung seiner Jünger so sehr nötig gehabt hätte; als Jesus es sehr gebraucht hätte, dass die Jünger mit ihm beten und seine Traurigkeit verstehen. Ja, es gab keinen einzigen standhaften Jünger, mit dem Jesus hätte rechnen können. Es ist eine Schande, dass die Jünger so feige waren, und dass kein einziger der Jünger Jesus treu geblieben war.

    Und trotzdem denkt der auferstandene Christus zuerst an sie. Wenn Jesus nach seiner Auferstehung gesagt hätte: „ich will diese jämmerliche und elende Bande nie wieder sehen“, dann wäre das eine ganz selbstverständliche Reaktion gewesen. Es wäre völlig normal gewesen, wenn er jetzt diese untreuen Leute von sich weggestoßen hätte. Aber Christus „handelt nicht mit uns nach unsern Sünden und vergilt uns nicht nach unsrer Missetat.“1Ps 103,10 Wer von uns Menschen ist so treu und wer ist es wert, dass er zu Jesus kommen kann? Keiner. Und trotzdem ruft Jesus dich und mich zu sich in seine Gegenwart, er will mit uns Gemeinschaft haben.

    Das Schöne an seiner Gnade ist, dass er auch den Jünger ruft, der der feigeste war. Ein Jünger war eine besondere Schande für Jesus und ihn nennt Christus jetzt besonders beim Namen. Es ist Petrus, der weggelaufen ist, als er die Gefahr hat kommen sehen, und Petrus hat Jesus drei mal verleugnet, als er über Christus hätte Zeugnis geben müssen. Petrus war der Jünger, der vor dem Spott einer Dienerin zitterte. Wird Christus jetzt auch so einen untreuen und feigen Menschen wie Petrus es war, rufen? Ja, Jesus ruft jetzt auch Petrus.

    Jesu Nachricht hätte auch so lauten können: Geht aber hin und sagt den Jüngern, dass ich auferstanden bin. Aber Petrus sagt es nicht, dass ich lebe. Jesus könnte es jetzt auch so machen, wie er damals zu seinen Jüngern gesagt hat: „Geht nicht den Weg zu den Heiden und zieht in keine Stadt der Samariter“. Jesus hätte jetzt auch so eine Grenze ziehen können: sagt allen Jüngern außer Petrus, dass ich auferstanden bin und dass ich lebe, kommt nach Galiläa, dort werdet ihr mich sehen.

    In diesem Fall wäre Ostern für Petrus ein Gerichtstag gewesen. Er wäre dann auch wie Judas von der Liste der Jünger gelöscht gewesen. Früher oder später hätte die Nachricht von Jesu Auferstehung auch Petrus erreicht. Ein anderer Jünger hätte es ihm vielleicht gesagt: Jesus ist auferstanden, er will sich mit uns treffen, aber er hat uns verboten, dir Bescheid zu sagen. Nein, Christus richtet nicht so. Stattdessen hinterlässt er lieber extra eine Nachricht für Petrus, er lässt ihm sagen, dass er lebt. Petrus wird besonders darüber informiert, dass der Herr lebt. Jesus lässt ihm deshalb diese gute Nachricht sagen, weil er dem verlorenen Schaf nachgeht, weil er hingeht und das verirrte sucht. So lesen wir es auch in der Bibel: „Wo aber die Sünde ihr volles Maß erreicht hatte, da wuchs die Gnade über alles Maß hinaus.“2Röm 5,20 Jesus ist der gute Hirte, der sich persönlich um seinen Jünger kümmert. So hat er auch Petrus ermutigt: „Fürchte dich nicht! Von nun an wirst du Menschen fangen.“3Lk 5,10 Statt Gericht zu halten gibt er ihm eine schöne verantwortungsvolle Aufgabe: „Weide meine Schafe!“ Geht aber hin und sagt Petrus, dass meine Auferstehung für ihn kein Gericht bedeutet. Römer 4, 25 sagt über Christus: „welcher ist um unsrer Sünden willen dahingegeben und um unsrer Rechtfertigung willen auferweckt.“

    Wer sehr gesündigt hat, den muss man besonders lieb haben. Es kann sein, dass heute auch jemand da ist, der sich unsicher ist über Christi Liebe.

    Vielleicht war jemand Jesus auch untreu, oder er hat dem Herrn in seinem Herzen den Rücken zugekehrt. Oder es kann sein, dass jemand heute mit quälenden Fragen da ist, und nicht weiß, ob Jesus ihn lieb hat, ob er ihn auch bereit ist so anzunehmen, wie er ist. Oder jemand weiß vielleicht nicht, ob der Herr ihm auch bereit ist, seine Vergangenheit zu vergeben. Er ist vielleicht voller Zweifel, ob der auferstanden Jesus auch ihn zu sich einlädt. Dann kann ich heute dir an diesem Osterfest die frohe Botschaft verkündigen, dass du besonders zu Christus eingeladen bist. Jesus ruft dich und er ist bereit, dir alle deine Sünden zu vergeben.

    Geht aber hin und sagt seinen Jüngern und Petrus, dass er auferstanden ist und dass Christus die Sünder besonders lieb hat und dass er bereit ist, ihnen zu vergeben und dass er mit ihnen Gemeinschaft haben will. Man kann den auferstandenen Christus auch heute treffen. Lasst uns so leben, wie der Apostel Paulus es im 1. Thessalonicherbrief Kapitel 5, 14 schreibt:

    „Wir bitten euch weiter, liebe Brüder und Schwestern: Weist die zurecht, die ein ungeregeltes Leben führen. Ermutigt die Ängstlichen. Helft den Schwachen und habt Geduld mit allen.“

    Amen.

     

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