• Zusätze
  • „Habt ihr den Heiligen Geist empfangen, als ihr gläubig wurdet?“

    „1 Während Apollos sich in Korinth aufhielt, reiste Paulus durch die Provinzen im Landesinneren. Schließlich kam er nach Ephesus, wo er eine Gruppe von Gläubigen vorfand.

    2 Habt ihr den Heiligen Geist empfangen, als ihr gläubig wurdet?, fragte er sie. Nein, antworteten sie, wir wissen gar nicht, was du damit meinst. Wir haben noch nicht einmal gehört, dass es einen Heiligen Geist gibt.

    3 Worauf seid ihr denn getauft worden?, erkundigte er sich. Und sie erwiderten: Auf die Taufe des Johannes.

    4 Paulus sagte: Die Taufe des Johannes war eine Taufe der Umkehr zu Gott. Doch Johannes selbst hat die Menschen aufgefordert, an Jesus zu glauben, der, wie er sagte, nach ihm kommen würde.

    5 Sobald sie das hörten, ließen sie sich auf den Namen von Jesus, dem Herrn, taufen.

    6 Als Paulus ihnen danach die Hände auflegte, kam der Heilige Geist über sie, und sie redeten in anderen Sprachen und weissagten.

    7 Es waren insgesamt zwölf Männer.“

    Apg 19, 1-7

    Liebe Gemeinde,

    Zu Pfingsten hat sich Gottes Verheißung erfüllt. Gottes Geist ist auf die ausgegossen worden, die an Jesus Christus geglaubt haben. Die Wirkung dieses Ereignisses war sichtbar in dem Leben der Jünger. Sie haben ein völlig neues Leben gewonnen. Jesus Christus hat in ihren Herzen Wohnung genommen durch den heiligen Geist. Sie haben Jesus Christus angezogen, er wurde die Grundlage ihres Lebens und ab diesem Punkt waren die Jünger auch durch Christi Eigenschaften charakterisiert. Durch den Heiligen Geist ist die Gemeinde entstanden. Und der Geist Gottes stand hinter der Verbreitung der guten Nachricht. Es ist selbstverständlich, dass in der Urgemeinde etwa bis zum 2.-ten Jahrhundert die wichtigste Frage die Gegenwart oder das Fehlen des Heiligen Geistes war. Pfingsten war eines der größten Feste der Christenheit. Später wurde die Betonung immer mehr auf Weihnachten gelegt. Vielleicht war das deshalb so, weil es für viele einfacher ist, Christi Geburt zu feiern, als wenn sie durch Gottes Geist wiedergeboren werden würden und ihr Leben ganz Gott hingeben würden. Es ist viel einfacher, sich einmal pro Jahr in einer romantischen Stimmung über die Ankunft des Babys Jesus zu unterhalten, als mit der Kraft des auferstandenen Herrn in die Welt zu gehen und die frohe Botschaft weiterzugeben. Viele Menschen wünschen sich, dass Jesus ihnen in einer Not oder bei der Lösung irgendeines Problems hilft. Sie wünschen sich vielleicht ab und zu Jesu Gegenwart, wenn sie hilflos und ausgeliefert sind. Aber Jesus will nicht nur in der Not kommen und uns bei einem Problem oder in einer Krankheit helfen, er will auch nicht nur ab und zu mit uns sein, sondern er möchte dauerhaft in uns wohnen. Denn es ist so, dass er entweder ganz in unseren Herzen wohnt oder aber er ist gar nicht mit uns. Die größte und die wichtigste Frage unseres Lebens ist dieselbe, die es zu Pfingsten war, ob Jesus die Grundlage unseres Lebens ist und ob er in unserem Leben gegenwärtig ist. Wenn nicht, dann werden wir früher oder später merken, dass unser Leben auf einem Müllfundament steht oder vielleicht wird es sogar zusammenbrechen, weil es kein festes Fundament hat. Es ist also gar nicht egal, ob ich mit oder ohne Jesus lebe, es ist eine Heilsfrage, ob ich den heiligen Geist empfangen habe. Darum geht es auch in dem gelesenen Predigttext und ich möchte über dieses Fundament, über unsern Herrn Jesus Christus sprechen, der in uns wohnen möchte durch den heiligen Geist. Die Geschichte geht damit los, dass der Apostel Paulus in die größte Hafenstadt Kleinasiens kommt, nach Ephesus. Und dort findet er einige fromme und gottesfürchtige Leute. Sie waren die Jünger des Täufers Johannes. Paulus kommt mit ihnen ins Gespräch. Und er bemerkt dabei, dass bei ihnen irgendetwas nicht in Ordnung ist. Diese Jünger haben ihren Glauben ernst gemeint, sie haben auch ihre Sünden bereut und haben sich auf die Taufe des Johannes taufen lassen und trotzdem waren sie keine neutestamentlichen Christen, weil sie Jesus noch nicht in ihre Herzen aufgenommen haben, das wahre Fundament fehlte aus ihren Leben noch, deshalb stellte der Apostel ihnen diese Frage: „Habt ihr den Heiligen Geist empfangen, als ihr gläubig wurdet?“ Aus der Antwort stellt sich eindeutig heraus, dass der Apostel Paulus mit dieser Frage die Wurzel des Problems in ihrem Leben berührt hat, da sie keine lebendige Gemeinschaft mit Christus hatten, sie haben ihr Leben nicht auf das richtige Fundament, auf Jesus Christus gebaut. Sie haben Jesus Christus noch nicht als Herrn angenommen und sie haben ihm ihr Leben auch noch nicht hingegeben. Jesus fehlte aus ihrem Leben. Und diesen Mangel hat der Apostel sofort bemerkt und deshalb hat er ihnen diese Frage gestellt: »Habt ihr den Heiligen Geist empfangen, als ihr gläubig wurdet?« Woher kann man wissen, dass jemand keine lebendige Gemeinschaft mit Jesus hat, dass man Gottes Geist noch nicht empfangen hat? Daher, dass so ein Leben kraftlos, fruchtlos, freudelos, friedlos und verschlossen ist. Das Wesentliche fehlt aus so einem Leben, der Heilige Geist, der nichts anderes ist, als Christi geistliche Gegenwart in unserem Leben. Nur - in Anführungszeichen, nur Gottes Gegenwart fehlt in diesem Leben. Nur das starke und feste Fundament des Hauses fehlt. Ich möchte euch darum bitten, dass wir alle diesen Mangel sehr ernst nehmen, weil das ein tödlicher Mangel ist. So wie wenn eine Blume keine Wurzel hat, ist es ganz sicher, dass diese Blume früher oder später verwelken wird. Oder es ist so ähnlich, wie wenn einem Zug bzw. einer Lokomotive der Stromabnehmer verloren gegangen wären. Wenn der obere Stromabnehmer eines Zuges abbricht, kann der Zug nicht mehr vorwärts fahren, der Motor funktioniert nicht und die Lampen werden auch verlöschen, wenn die Akkus leer sind. Wie ein Haus, das keinen festen Grund hat, so wird das Leben ohne heiligen Geist auch zusammenbrechen, unabhängig davon, wie erfolgreich das irdische Leben war. Es kann sein, dass unser Leben äußerlich erfolgreich aussieht und dass wir alles gewonnen haben, was unser irdisches Leben schöner, besser und glücklich macht. Aber egal wie groß wir unseren Turm oder unser Haus gebaut haben, es ist egal wie komfortabel wir unser Leben eingerichtet haben, wenn Jesus Christus nicht in uns wohnt, dann haben wir einen Mangel am heiligen Geist. Dann fehlt Gott aus unserem Leben und das ist ein tödlicher Zustand, selbst dann, wenn man religiös ist und seinen Glauben ernsthaft praktiziert. Wie viele Kirchenbesucher und Gemeindebesucher gibt es wohl, die, wenn Paulus sie heute fragen würde, über sich nicht sagen könnten, dass sie den heiligen Geist empfangen haben? Und in den Leben, wo der Geist Gottes fehlt, wird anstatt der Agape-Liebe nur Rührseligkeit und Nettigkeit vorhanden sein. Statt Freude kommen der Taumel und die Ekstase. Diese Freude kommt dann nicht von innen her, wie die, die man durch den Christus-Bezug gewinnt, sondern es ist dann nur so eine Freude, die von außen her, durch äußere Einwirkungen produziert wird. Statt Frieden kommt nur die krampfhafte Selbstbeherrschung. Statt Güte kommt zwanghafte Wohltätigkeit, wenn man vielleicht deshalb etwas Gutes tut, damit man den Anschein der Güte erweckt. Statt Gottes Kraft erscheint Gewalt. Man denkt dann, wenn wir schon keine von oben kommende Kraft haben, dürfen wir wenigstens nicht schwach erscheinen. Tyrannei und Geschrei sind bezeichnend für diese Menschen. Statt göttlicher Weisheit kommen Schlaumeierei, Wortklauberei, sinnlose Streitereien und Wortgefechte. Statt lebendigen Glaubens erscheint die Religiosität. Die alten Traditionen der Eltern und Großeltern sind dann wichtiger als Gottes Wort. So ist das Leben, das ohne Heiligen Geist ist. So ein Leben sucht immer Ersatz für die wahren und echten Früchte, die uns Jesus kostenlos anbietet. „Habt ihr den Heiligen Geist empfangen, als ihr gläubig wurdet?“ Paulus bemerkt sofort, dass diese Leute in Ephesus ein Problem in ihrem Glaubensleben hatten. Er wusste sehr gut, wenn jemand den Heiligen Geist empfängt, in dessen Leben wird Christus Gestalt gewinnt. Paulus hat Christus in dem Leben dieser Menschen in Ephesus gesucht und leider hat er Jesus dort nicht gefunden. Wir können Christus allein durch den Empfang des heiligen Geistes bekommen. Wenn wir Jesus in unsere Herzen aufnehmen und wenn wir uns ihm 100 prozentig unterordnen, dann erleben wir dieses Wunder, dass Christus dauerhaft Wohnung in uns nimmt und dann wird folgender Satz des Paulus auch für unser Leben wahr: „Ich lebe, doch nun nicht ich, sondern Christus lebt in mir.“ (Gal 2,20) Das ist das Wesen von Pfingsten. Die Bibel sagt (Apg 5,32), dass Gott den heiligen Geist denen gibt, die ihm gehorchen. Wer ist bereit, heute sein Leben vor Jesus zu öffnen und sich ihm ganz unterzuordnen? Man muss nicht mehr ohne Jesus leben, man kann auch mit der Kraft des heiligen Geist leben. Gott segne sein Wort und ich wünsche euch allen die Erfahrung, dass ihr Jesu Gegenwart in eurem Leben durch den heiligen Geist immer mehr erlebt.

    Amen

     

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