• Zusätze
  • (17) Darum: Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden. 2. Korinther 5,17

    Liebe Gemeinde, wir haben in dem gelesenen Predigttext darüber gehört, dass die Christen in Jesus Christus eine neue Kreatur geworden sind. Wenn jemand zu Christus kommt, egal ob er reich oder arm ist, ob er ungebildet oder gebildet ist, ob er Jude oder Heide ist, wenn er an Jesus Christus glaubt, dann bekommt er nicht nur die Vergebung seiner Sünden, sondern Gott gibt ihm noch viel mehr. Gott macht ihn ganz neu. Er wird eine neue Schöpfung. Gott erschafft unseren inwendigen Menschen neu. Er ändert uns. Wenn wir zu ihm kommen, werden wir ein anderer Mensch sein als der, der wir vorher waren. Es kann sein, dass man äußerlich weiterhin genauso aussehen wird. Die Nachbarn und Bekannten werden vielleicht keine äußerliche Veränderung bemerken, aber die innere Persönlichkeit wird sich radikal verändern. Gott formt uns nach dem Bild seines Sohnes um und wir werden so reden wie Jesus, wir werden so denken wie Christus und wir werden so handeln, wie Gottes Sohn handeln würde. Uns wird das wichtig sein, was ihm wichtig ist, wir gehen dahin, wohin er gehen würde, unsere ganze Seele wird von Gottes Liebe durchdrungen sein und diese innere Veränderung wird unsere Umgebung auf jeden Fall bemerken. Die Menschen um uns herum werden sehen, dass wir viel geduldiger, liebevoller, freundlicher und fröhlicher geworden sind. Sie werden unser Leben sehen und sie werden sehen, dass unser Leben viel ausgeglichener ist als früher. Sie werden bemerken, dass wir eine innere Kraft haben, die sie nicht haben.

    Sie werden uns vielleicht fragen, woher wir diese innere Kraft haben und warum wir anders sind. Und dann können wir Zeugnis darüber geben, was Christus für uns getan hat, und dass wir auch nicht immer solche Menschen waren. Früher waren wir auch hoffnungslos, kraftlos und freudlos. Aber Jesus hat uns angesprochen, er hat unsere Sünden und unsere Vergangenheit durch sein am Kreuz vergossenes Blut vergeben und er hat uns mit einem neuen Leben beschenkt. „Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden.“

    Die neutestamentliche griechische Sprache benutzt 2 Begriffe für das Wort „neu“: Der eine ist das Wort [Neos] und der andere Begriff ist [Kainos]. Das erste Wort ist so etwas Neues, was erneuert ist. Z.B. wenn ein altes Gebäude renoviert wird, wenn man es schön angestrichen hat, dann sieht es so aus wie ein neues Haus. Das Gebäude ist eigentlich alt, das Haus ist dasselbe, aber es sieht durch die Renovierung so aus wie ein neues Haus. Ein Beobachter kann von außen vielleicht nicht einmal bemerken, dass das Haus alt ist, weil es wie ein neues Haus wirkt. Ein anderes Beispiel ist, wenn man im Internet bei Ebay etwas kauft, findet man dort in der Artikelbeschreibung oft die Worte: „Wie neu“. Die Ware ist vielleicht nicht mehr nagelneu, die Originalverpackung wurde schon geöffnet, aber es sieht noch ganz neu aus. Der Verkäufer hat es vielleicht nur einmal benutzt und ausprobiert. Und das Produkt ist noch fehlerfrei und funktioniert einwandfrei. Äußerlich sieht die Ware noch neu aus, aber sie ist in Wirklichkeit trotzdem kein brandneues Produkt mehr. Oder wie viele von euch haben schon mal gebrauchte Kleidung getragen? Ihr dürft euch ruhig melden.  Man kauft auf einem Flohmarkt ein Kleidungsstück, das einem gut gefällt und das noch in einem sehr guten Zustand ist. Wenn man es dann zu Hause wäscht und bügelt, sieht es aus wie neu, obwohl es das ja nicht wirklich ist.

    Das andere griechische Wort [Kainos] bedeutet aber so etwas neues, das es vorher noch nicht gab. Es ist nagelneu/brandneu. Ich mag z.B. ganz gerne technische Dinge. Wenn ich Zeit habe, gehe ich gern mal z.B. in den Saturn oder in den Mediamarkt und dort sehe ich mich gerne um. Und manchmal kaufe ich auch etwas. Manche Leute kaufen sich z.B. ein neues Handy, da das alte kaputt ist, oder man hat einen günstigen Handytarif bekommen und man bekommt zu diesem neuen Angebot noch extra ein nagelneues Handy dazu. Das Mobiltelefon ist dann noch im Originalkarton. Es ist schön eingepackt, zusätzlich in Folie, die noch nie jemand aufgemacht hat. Und man packt alles neugierig und vorsichtig aus, da es noch ganz neu ist. So etwas tolles hat man selten. Man ist total begeistert von dieser Neuware, die man als Geschenk bekommen hat oder sich selber gekauft hat. Und so wie wir Männer Technik oder Autos mögen, so gerne gehen vielleicht die Frauen in Bekleidungsgeschäfte. Wir Männer begleiten sie vielleicht manchmal, aber oft dauert das für uns doch ziemlich lange und es ist unglaublich langweilig, aber die Frauen kaufen gerne neue hübsche Kleider und sie probieren gerne viele Kleidungsstücke an, bis sie das richtige und das Beste gefunden haben. Und dann freuen sie sich, wenn sie die richtige Kleidung finden. Und die ist dann nagelneu und nicht schon getragen, wie etwas vom Flohmarkt.

    Was denkt ihr, welcher Begriff für das Wort „neu“ steht hier in der Bibel, wenn sie sagt: „Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden.“

    Geht es hier um ein altes, das erneuert wurde oder geht es hier um ein Nagelneues, das es vorher noch nicht gab? Es geht hier um etwas brandneues, nicht um etwas, das nur erneuert oder aufgefrischt wurde.

    Wenn jemand zu Christus kommt, wird er nicht ausgebessert. Gott streicht nicht nur ein oder zwei neue Schichten Farbe an die alte Wand, er reformiert nicht unsere alte und sündige Natur, sondern es ist so, wie es der Apostel Petrus in seinem Brief12.Petr 1,4 schreibt, man bekommt Anteil an der göttlichen Natur.

     Nach dem Sündenfall musste Gott traurig feststellen, dass alles, was am Anfang im Garten Eden noch sehr gut war, durch die Sünde des Menschen kaputtgegangen ist. Schon 1. Mose Kapitel 6, 5 sagt, dass die Menschen auf der Erde völlig verdorben waren. Alles, was aus den Herzen der Menschen kam, ihr ganzes Denken und Planen, war durch und durch böse. Die ganze Erde war voll von Unrecht und Gewalt.21. Mose Kapitel 6, 11 Der Apostel Paulus sagt im Römerbrief Kapitel 3, dass es keine Ausnahme gibt. „Da ist keiner, der gerecht ist, auch nicht einer. Da ist keiner, der verständig ist; da ist keiner, der nach Gott fragt. Sie sind alle abgewichen und allesamt verdorben. Da ist keiner, der Gutes tut, auch nicht einer.“3Röm 3,10-12

    Im Epheserbrief Kapitel 4 Vers 18 steht, dass der sündige Mensch dem Leben entfremdet ist, das aus Gott ist. Unsere ganze Denkweise ist verdorben. Wie könnten also aus dem verdorbenen Denken gute, reine selbstlose Taten stammen? Auch wenn jemand Gott gehorchen möchte, kann er trotzdem allein aus gutem Willen Gott nicht entsprechen, solange er nicht wiedergeboren ist. Gott ist Geist und ein fleischlicher Mensch kann nicht geistlich denken. Der natürliche fleischliche Mensch vernimmt nichts vom Geist Gottes. Es kommt ihm unsinnig vor. Viele kommen vielleicht so weit, dass sie erkennen, dass dieses Leben, wie es ist, nicht gut ist, sie lesen vielleicht schon die Bibel, sie möchten so leben, wie Gott es sagt, aber sie schaffen es einfach nicht. Sie können Gottes Gesetz einfach nicht verwirklichen und in die Tat umsetzen. Der Mensch, so wie er ist, kann Gottes Gesetz nicht halten, weil ein anderes Gesetz, das Gesetz der Sünde ihn festhält. Er ist ein Gefangener des Gesetzes der Sünde. Das Gesetz der Sünde ist so, wie das Gesetz der Gravitation.

    Es gibt keine Ausnahme. Die Gravitation wirkt auf alles und alle und sie zieht den Menschen immer nach unten. Man kann nur dann aufsteigen, wenn einen ein größeres und höheres Gesetz hochhebt. Diese höhere und größere Kraft hat der Geist Gottes, der allein uns neu schaffen kann. Seine Kraft ist stärker als die Kraft der Sünde.

    Allein der neue Mensch ist dazu fähig, Gottes Willen zu tun. Der neue Mensch ist Christi Gegenwart in unserem Leben. Das Wort Gottes sagt: (Joh 1,12) „Wie viele ihn aber aufnahmen, denen gab er Macht, Gottes Kinder zu werden, denen, die an seinen Namen glauben,“ So lange wir Jesus nicht als Herr und König in unser Leben aufnehmen, werden wir nicht Gottes Kinder. Man kann nur durch die Wiedergeburt Gottes Kind und eine neue Schöpfung werden. Wir müssen klar sehen, dass nicht jeder Mensch auf der Erde Gottes Kind ist, auch wenn man oft den Spruch hört: „Wir sind doch alle Gottes Kinder“. Nur die sind Gottes Kinder, in denen Jesus Christus durch den heiligen Geist regiert. Und so lange man nicht durch die Wiedergeburt verändert wird, ist man nicht Gottes Kind, solange ist man nicht in Jesus und so lange wird man auch Gottes neue Welt nicht sehen, sondern die Verdammnis erwartet einen. Man muss von neuem geboren werden. Ohne Wiedergeburt können wir nicht in Gottes Reich hineingehen. Die Bibel sagt, dass nichts Unreines dahinein kommen wird. 4Offb 21,27 Es ist notwendig, dass das Blut Jesu, des Sohnes Gottes, uns rein macht von aller Sünde und dass Gott uns ein nagelneues Leben schenkt.

     1.Petr 1,23 sagt „Denn ihr seid wiedergeboren nicht aus vergänglichem, sondern aus unvergänglichem Samen, nämlich aus dem lebendigen Wort Gottes, das da bleibt.“

    Der wiedergeborene Mensch ist rein und heilig und fähig, ein vollkommenes Leben zu führen, ein Leben, das Gott gefällt, da er aus unvergänglichem Samen geboren ist.

    Jesus sagt im Mt 5,48: „Darum sollt ihr vollkommen sein, wie euer Vater im Himmel vollkommen ist.“ Allein Gottes Kinder, die vom Heiligen Geist wiedergeboren sind, können diesem Wort Jesu entsprechen. Was bedeutet aber dieses vollkommene Leben, das wir durch die Wiedergeburt gewinnen können? Ich möchte das mit einem Bild illustrieren, worum es in der Bibel geht, wenn wir das Wort vollkommen lesen:

    Ein Baby, wenn es gesund ist, wenn es ohne Behinderung auf die Welt kommt, ist vollkommen und perfekt. Aber es muss noch viel wachsen und sich weiterentwickeln, bis es erwachsen wird, aber es ist schon perfekt, wenn es geboren wird. Genauso ist es auch im christlichen Leben. Es kann sein, dass ein wiedergeborener Christ noch oft stolpert, dass er sich gar nicht vollkommen fühlt. Vielleicht muss Gott seinem Kind noch oft die Windeln wechseln, ihm immer wieder neu Sündenvergebung schenken. Aber das Kind Gottes geht vorwärts auf den schmalen Weg, gemeinsam mit Christus, bis es erwachsen ist und zum vollen Maß der Fülle Christi gelangt. Ein kleiner Baum-Setzling ist an sich schon eine perfekte Pflanze, obwohl er noch weit davon entfernt ist, ein Baum zu sein. Ein junger, frisch bekehrter Christ ist schon perfekt in Christus, aber er ist noch lange nicht vollendet. Er muss noch viel wachsen, stärker werden und sich entwickeln in Christus. „Darum: Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden.“ Ist das in unserem Leben schon Wirklichkeit geworden? Bin ich in Christus? Bin ich eine neue Kreatur? Wenn nicht, dann dürfen wir Gott um dieses neue Leben bitten.

    Und wenn wir schon in Jesus Christus neues Leben gewonnen haben, dann können wir mit dem Apostel Paulus gemeinsam bekennen: „Und ich bin darin guter Zuversicht, daß der in euch angefangen hat das gute Werk, der wird’s auch vollenden bis an den Tag Christi Jesu.“5Eph 4,13

    Amen

    Von: Pastor Dániel Papp

     

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