• Zusätze
  • (38) Da fingen einige von den Schriftgelehrten und Pharisäern an und sprachen zu ihm: Meister, wir möchten gern ein Zeichen von dir sehen. (39) Und er antwortete und sprach zu ihnen: Ein böses und abtrünniges Geschlecht fordert ein Zeichen, aber es wird ihm kein Zeichen gegeben werden, es sei denn das Zeichen des Propheten Jona. (40) Denn wie Jona drei Tage und drei Nächte im Bauch des Fisches war, so wird der Menschensohn drei Tage und drei Nächte [Eph 4,9; 1. Petr 3,19] im Schoß der Erde sein. (41) Die Leute von Ninive werden auftreten beim Jüngsten Gericht mit diesem Geschlecht und werden es verdammen; denn sie taten Buße nach der Predigt des Jona. Und siehe, hier ist mehr als Jona. (42) Die Königin vom Süden wird auftreten beim Jüngsten Gericht mit diesem Geschlecht und wird es verdammen; denn sie kam vom Ende der Erde, um Salomos Weisheit zu hören. Und siehe, hier ist mehr als Salomo.

    Liebe Gemeinde,

    Unser Heiland spricht in diesem Bibelabschnitt über 2 verschiedene Gruppen von Menschen. Er weist die Menschen zurecht, die die frohe Botschaft hören, sich aber nicht demütigen und keine Buße tun. Und auf der anderen Seite nimmt er positive Beispiele aus dem Alten Testament, wo Menschen offen waren für das Wort Gottes. Sie haben es angenommen und dadurch hat sich ihr Leben positiv verändert. Die Geschichte geht damit los, dass Schriftgelehrte und Pharisäer zu Jesus kommen und Zeichen und Wunder von ihm fordern. Es ist etwas unverständlich, warum die Schriftgelehrten und Pharisäer von Jesus wieder Zeichen fordern. Er hat bisher nämlich schon viele Menschen geheilt: Blinde können sehen, Lahme gehen, Aussätzige sind rein, Taube hören, Tote stehen auf. Aber diese Leute fordern jetzt trotzdem ein neues Zeichen von Jesus. Sie bitten Jesus, dass er vor ihren eigenen Augen ein unwiderlegbares und verblüffendes himmlisches Zeichen gibt; vielleicht so eins, wie es damals beim Propheten Elija war. Sie denken, wenn Jesus tatsächlich der Messias ist, dann kann er das Gleiche machen wie Elija und Feuer vom Himmel kommen lassen und die Menschen faszinieren. Hier fordert die Stimme des Unglaubens Zeichen und Wunder. Diese Menschen möchten nur eine Show sehen, bei der man sich gut amüsieren kann. Wir wissen aus der Elija-Geschichte, dass die Menschen, die Elijas Zeichen gesehen haben und Herr, Herr gesagt haben, kurz nach dem Wunder wieder zu ihren Götzen zurückgekehrt sind und letztendlich doch nicht Gott die Ehre gegeben haben. Elija wurde kurz nach dem Wunder wieder verfolgt. Der König und die Königin wollten ihn töten. Es folgte auf das Wunder, auf das Zeichen also keine Bekehrung. Jesus wusste auch, dass ein neues Wunder die Pharisäer nicht zum Glauben führen würde. Er hat schon viele Zeichen und Wunder getan, aber sie haben sie immer wieder irgendwie erklärt oder wenn sie ein Zeichen nicht erklären konnten, weil es für jeden offenbar war, dass hier tatsächlich ein Wunder geschehen ist, dann haben sie Jesus angeklagt, dass er das Wunder mit der Macht des Teufels getan hätte. Jesus gibt ihnen letztendlich nicht so ein Wunder, was sie erwarten, sondern er gibt ihnen nur das Zeichen des Propheten Jona. Jesus hat durch diese Zeichen über seinen Kreuzestod und seine Auferstehung gesprochen. Und danach hat er über die Königin von Saba und über die Stadt Ninive gesprochen; über Menschen, die viel weniger als Jesu Zeitgenossen gesehen und gehört haben und trotzdem zum Glauben gekommen sind. Die Leute von Ninive haben nur eine einmalige Ermahnung durch den Propheten Jona bekommen und haben daraufhin in Sack und Asche Buße getan und haben sich an Gott gewandt und so ist die ganze Stadt der Strafe Gottes entkommen. Jesus macht hier den Menschen Vorwürfe, die das Evangelium missachten, weil sie es nicht ernst nehmen. Sie hören das Wort Gottes vielleicht, aber ihr Herz bleibt hart. Sie haben vielleicht hörende Ohren und trotzdem hören und verstehen sie nichts. Jesus stellt dieser ungläubigen Generation zuerst die Leute von Ninive und danach die Königin vom Süden gegenüber.

    Ich möchte heute Vormittag in erster Linie über das zweite Beispiel Jesu, über die Königin von Saba reden. Diese Geschichte findet man im ersten Könige Kapitel 10. Jesus sagt über diese Frau, dass sie vom Ende der Erde kam, damit sie Salomos Weisheit und Rede hört. Die Königin vom Süden beschämt jetzt die Pharisäer und Schriftgelehrten und die, die das Evangelium nur gleichgültig hören, sich aber nicht ändern. Jesus sagt, dass die Königin von Saba diese Generation am Tag des Jüngsten Gerichts schuldig sprechen wird, weil sie nicht an den Sohn Gottes geglaubt hat und weil sie seine Worte missachtet hat. Ich wünsche uns allen, die wir heute das Wort Gottes hören, dass der Heilige Geist unser aller Herz durch das Beispiel dieser Frau anrührt und dass bei uns in unserem Herzen eine echte Lebensänderung geschieht, damit wir durstig und offen das Wort Gottes hören.

    Zuerst können wir erkennen, dass diese Königin von Saba ein suchender Mensch war. In diesem Sinn wird sie viele Menschen am Tage des Gerichts verdammen, die gar nicht erst nach der Wahrheit forschen und die kein Interesse am Evangelium zeigen. Sie war eine Königin. Eine Königin hat viele Sorgen, Aufgaben und Pflichten. Aber sie hielt es nicht für unter ihrer Würde und es war für sie auch keine Zeitverschwendung, in die Ferne zu reisen und Salomos Weisheit zu hören.

    Wie viele machen heute diese Ausflüchte, dass sie für Christi Sache keine Zeit haben. Die Familie, das Geschäft und die tägliche Arbeit zu Hause sind wichtiger als die Zeit, die man bei den Füßen Jesu verbringt. Diese Königin beschämt diese Leute, weil sie ihre Heimat verlassen hat und ihre Staatsgeschäfte beiseite legte, damit sie die königliche Weisheit Salomos hört. Und wie viel wichtiger wäre es, sich Zeit zu nehmen, wenn es um den Weg des Heils geht, wenn es darum geht, ob wir verloren gehen oder gerettet werden.

    Jesus sagt im Mk 8,36 “Was hat ein Mensch davon, wenn er die ganze Welt gewinnt, aber zuletzt sein Leben verliert?“ Was nützt es, wenn man im irdischen Leben alles bekommt: Geld, Kariere, Erfolg; wenn man aber an der Seele Schaden nimmt? Und was zählt ein finanzieller Schaden, wenn man am Ende aber sein Seelenheil gewinnt? Nachdem wir das Beispiel der Königin von Saba gehört haben, kann keiner von uns am Tag des Gerichts mit der Entschuldigung kommen, dass wir keine Zeit hatten. Weil wenn eine Königin sich die Zeit dafür genommen hat, dass sie weit reist, um Salomo zu hören, wie viel mehr können wir uns ein paar Stunden Zeit dafür nehmen, dass wir Jesus zuhören.

    Am königlichen Hof zu Saba gab es sicher auch einige Weise. Es gab damals an jedem königlichen Hof Weise, Gelehrte, Zeichendeuter und Wahrsager. Die Königin war aber trotzdem nicht zufrieden mit dem, was sie bisher gehört hatte, sondern sie hat sich so entschieden, dass sie sich auf den Weg macht und nach so einer Weisheit forscht, die sie noch nicht kennt.

    Diese suchende Haltung der Königin ermahnt auch die Menschen, die glauben, dass sie schon alles wissen und die mit ihrer eigenen Weisheit zufrieden sind und die es nicht für wichtig halten, sich dem Herrn zu Füßen zu setzen und seine Rede zu hören. Die Weisheit von Jesus Christus überflügelt alle menschliche Weisheit, komm zur Quelle aller Kenntnis und Weisheit. Lasst uns von Christus lernen.

    Es ist aber auch nicht nebensächlich, dass diese Königin von sehr weit gekommen ist. Der Weg, den sie zurückgelegt hat, war sehr lang und gefährlich. Wenn sie den Weg auf dem Festland gekommen und wenn sie auf einem Kamel geritten ist, kostete es sie unglaublich viel Zeit. Wir haben es so gelesen, dass sie vom Ende der Erde gekommen ist. Sie musste über Berge und Täler kommen, sie musste durch die Wüste reiten. Sie musste tausend Gefahren ins Gesicht sehen, aber auch all diese Schwierigkeiten konnten sie nicht zurückhalten. Sie hat von der Weisheit Salomos gehört und sie wollte ihn persönlich hören. Sie nahm das Risiko auf sich, dass so eine Reise mit sich bringt. Wie anders sind heute viele, die die frohe Botschaft von Jesus hören. Es gibt viele Menschen, denen das Evangelium vor die eigene Tür gebracht wurde und die es trotz aller Mühe von anderen nicht annehmen wollten. Und wie viele Menschen wohnen ganz nahe bei einer Gemeinde oder einer Kirche, sie müssten vielleicht nur über die Straße gehen und sie bleiben trotzdem zu Hause. Oder wie viele Leute nehmen vielleicht die eine oder andere Einladung an, haben aber letztendlich keinen Gewinn davon, dass sie eine anderthalbe Stunde in einem Gottesdienst waren, weil sie das Wort Gottes mit geschlossenen Ohren und Herzen gehört haben, weil sie mit ihren Gedanken irgendwo anders waren. Am Jüngsten Tag wird die Königin vom Süden die anklagen, die aus Bequemlichkeit lieber zu Hause geblieben sind und kein Interesse an Gottes Botschaft gezeigt haben.

    Wir dürfen aber auch nicht vergessen, dass Salomo für diese Frau eine Fremde war. Sie hatte eine andere Religion als der König von Israel. Sie war eine Götzenanbeterin, sie hatte wahrscheinlich den Sonnengott angebetet. Sie ist aber nach Jerusalem gekommen und sie hat Israels Gott kennen gelernt und dann ihn angebetet. Für viele Menschen ist es sehr problematisch, eine falsche Religion aufzugeben, selbst dann, wenn diese Religion leblos war und keine echte lebendige Beziehung mit Gott hatte und dem Menschen kein heiliges und neues Leben gegeben hat, wenn sie einem keine innere Ruhe geben konnte. Es ist oft so, dass man die Wahrheit in der Bibel erkennt, dieser Wahrheit dann aber trotzdem nicht gehorcht. Wenn eine Religion leblos ist und wenn sie einen nicht erneuern kann, wenn sie keine Lösung für die Sünden geben kann, dann ist sie wertlos, und je früher man ihr den Rücken kehrt, desto besser ist es. Es kann sein, dass schon die Eltern in dieser falschen Religion aufgewachsen sind und mit diesem falschen Glauben gestorben sind, aber wenn sie im geistlichen Sinn blind waren, bedeutet das nicht, dass die Nachkommen auch ein Leben lang blind bleiben müssen. Jeder Mensch muss selber über sein Leben Rechenschaft geben. Und wenn man erkennt, dass man es bisher falsch gedacht und gemacht hat, dann ist noch Zeit, auf den richtigen Weg zu gehen und Jesus nachzufolgen. Bekehre dich zu Jesus Christus und folge ihm in allen Dingen nach.

    Wir können uns auch vorstellen, dass diese Reise für die Königin von Saba nicht billig war. Sie ist mit einer großen Begleitung, mit einer Schar von Dienern gekommen. Ihre Kamele waren schwer beladen mit duftenden Ölen, Gold und Edelsteinen. All das hat ihre Schatzkammer zu Hause sicher nicht unerheblich belastet. Ein sparsamer Finanzminister hätte sie bestimmt vor dieser überflüssig scheinenden großen Ausgabe gewarnt. Diese Ausgaben könnte man doch für viel bessere Zwecke verwenden, als wie für diese gefährliche Reise. Aber die Königin wollte den Mann Gottes unbedingt sehen und hören. Sie wollte Salomo treffen und sie wollte mehr über Israels Gott erfahren. Die Königin vom Süden beschämt die, deren Geldbörse geschlossen bleibt, wenn es um Gottes Sache geht. Ziemlich viel Geiz kann sich auch im Herzen von Gläubigen ein Plätzchen suchen. Wir geben Gott vielleicht nicht gern unseren Zehnten, wir bedauern es, ein Opfer für ihn gebracht zu haben, weil wir von materiellen Gütern gefesselt sind. Diese Frau hat aus ihrem Herzen heraus ein großes Opfer gebracht und Jesus stellt sie als ein positives Beispiel vor uns.

    Diese Königin hat keine Einladung von Salomo bekommen. Sie ist ungerufen und unerwartet nach Jerusalem gekommen. Aber wir sind alle herzlich von Jesus Christus eingeladen. Wir haben diese Einladung vielleicht schon 1000 mal gehört. Und Gott ruft den Menschen immer wieder auf verschiedene Arten. Hast du diese Einladung schon ernsthaft angenommen? Hast du auf diese Einladung mit einem klaren „Ja“ geantwortet? Bist du bereit, Jesus Christus auch durch die Taufe nachzufolgen? Bist du bereit, dein beflecktes Kleid abzulegen und Jesu schneeweißes Kleid anzuziehen, das ohne Sünde ist? Diese Königin hat viel weniger über Gott gehört als wir, die wir Woche für Woche Christi Leben studieren. Wenn wir die Einladung gehört haben und wenn wir sie noch nicht ernsthaft angenommen haben, wird diese Frau uns schuldig sprechen, weil sie viel weniger Möglichkeiten hatte als wir, aber sie hat den Gott Israels trotzdem gefunden.

    Wir können aber auch bemerken, dass die Königin von Saba selber persönlich nach der Wahrheit gesucht hat. Sie hat keinen Boten an den Hof des Salomo geschickt, dass er die Reden des Königs aufschreibt. Nein, sie nahm den Kontakt persönlich auf. Sie wollte auch selber den König sehen und seine Weisheit hören. Sie wollte durch Salomo persönlich etwas über den Herrn hören. Sie wollte sich selbst davon überzeugen, ob diese Nachrichten, die sie bekommen hat, tatsächlich wahr sind.

    Aus wie vielen Menschen fehlt diese persönliche Überzeugung. Sie gehen vielleicht in der Suche los, aber sie bleiben unterwegs irgendwo stehen. Sie stolpern vielleicht über einige Namenschristen und lassen sich durch sie von Christus verschrecken und sagen enttäuschst: „Leben die Christen wirklich so? Vielen Dank, dann will ich nichts über Jesus hören.“ Man muss selbst zu Jesus kommen. Man darf sich nicht mit Religiosität und mit leblosen Zeremonien begnügen, die lebendige Gemeinschaft mit Jesus Christus ist notwendig.

    Und zum Schluss möchte ich auch ein paar Worte über das Ergebnis der Suche der Königin sagen. Das erste Ergebnis war ein wunderbares Glaubensbekenntnis, als diese Königin anerkannt hat, dass es wahr ist, was sie in ihrem Land von Salomos Taten und von seiner Weisheit gehört hat.

    Sie sagte: Nicht einmal die Hälfte der Wahrheit hat man mir gesagt. Ich glaube, das ist auch wahr, wenn jemand Jesus Christus persönlich trifft. Er wird danach auch ohne Probleme über Jesus Zeugnis geben können. Man gewinnt bei ihm viel Freude und Frieden. Und man erkennt, dass all das wahr war, was die anderen Christen einem über seine Liebe und Gnade erzählt haben. Das Erlebnis, dass Christus uns neu gemacht und wiedergeboren hat, übertrifft alle unsere Erwartungen. Eine unglaublich große Sache passiert dann, wenn jemand in Jesus Christus sein Leben findet. Niemand sagt nach diesem Treffen: ich bin enttäuscht, ich habe viel weniger bekommen, als ich erwartet hatte. Nein. Viel mehr habe ich bekommen, als was die anderen mir über ihn erzählt haben. Die lebendige Beziehung mit Jesus Christus ist unübertrefflich. Es charakterisierte aber nicht nur Jesu Generation, sondern auch unsere heutige, dass die Menschen nicht an Jesus glauben wollen. Der Apostel Paulus zitiert im Römer 10,16 einen Satz von Jesaja: „Herr, wer glaubt unserm Predigen?«“ Glaubst du all das, was das Wort Gottes über Christus sagt? Wie viele Zeichen brauchst du noch, dass du Christus mit ganzem Herzen nachfolgst? Reicht es dir nicht, dass er dich liebt und für dich am Kreuz gestorben ist. Ich wünsche uns allen, die wir heute das Wort Gottes gehört haben, dass wir alle Jesus Christus persönlich kennen lernen und dass wir von Herzen dieses schöne Glaubensbekenntnis über ihn sagen können: Nicht einmal die Hälfte der Wahrheit hat man mir gesagt, wie Christus mich liebt und was er für mich getan hat.

    Amen

     

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